Über das Unternehmen

Geschichte der VIN-KON S.A.

Über 100 Jahre industrielle Tradition im Herzen von Konin.

Unsere Geschichte

Die Geschichte der Gesellschaft VIN-KON S.A. ist eng mit einem besonderen Ort in der Industriegeschichte von Konin verbunden. An der heutigen Dąbrowskiego-Straße 35, dort, wo sich der Produktionsbetrieb befindet, war bereits im 19. Jahrhundert eine Brauerei tätig. Sie war eines jener Unternehmen, die über Jahrzehnte hinweg die Wirtschaftslandschaft der Stadt mitprägten und Handwerk, Lebensmittelproduktion, Handel und lokale Unternehmertätigkeit miteinander verbanden.

Die älteste bestätigte Erwähnung des Bierbrauens an diesem Ort stammt aus dem Jahr 1878, obwohl vieles darauf hindeutet, dass die Brauereitätigkeit bereits einige oder sogar mehrere Jahre früher begonnen haben könnte. Die Namen der Eigentümer der ehemaligen Brauerei erscheinen seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in den Quellen. Zu den Eigentümern der Brauerei werden unter anderem August Jahns, E. Kummans, Abraham Jakob Korek, Icek Stain sowie Wilhelm Paczowski bzw. Paszkowski genannt.

Eine besondere Stellung in dieser Geschichte nimmt August Jahns ein, der Eigentümer der Brauerei und zugleich eine wichtige Persönlichkeit im gesellschaftlichen Leben von Konin. Er war der erste Leiter der Freiwilligen Feuerwehr in Konin, die ihre Tätigkeit im Jahr 1870 aufnahm und 1874 offiziell von den Behörden anerkannt wurde. Dies zeigt, dass die Geschichte des Betriebs von Anfang an nicht nur mit der Produktion, sondern auch mit der Entwicklung der Stadt und ihrer lokalen Institutionen verbunden war.

Von der handwerklichen Brauerei zum modernen Produktionsbetrieb

Ein Wendepunkt für die ehemalige Brauerei war das Jahr 1907. Damals wurde der Betrieb von Józef Korab-Kowalski von den Erben Wilhelm Paczowskis bzw. Paszkowskis erworben. Bereits ein Jahr später, 1908, begann der neue Eigentümer mit einem umfassenden Umbau und der Modernisierung des Unternehmens.

Es war eine Zeit intensiver Entwicklung. Auf dem Gelände der Brauerei wurde eine Mälzerei eingerichtet, außerdem wurden neue Gebäude errichtet, die für die zunehmend fortschrittliche Produktion erforderlich waren. Es entstand ein Büro- und Wohngebäude sowie ein Objekt mit Räumen für die Zucht von Bierhefe, eine Hopfendarre und ein Eislager. Diese Investitionen zeugten von den Ambitionen des Eigentümers und seinem Wunsch, die lokale Brauerei in einen modernen Produktionsbetrieb umzuwandeln.

Die Ergebnisse ließen nicht lange auf sich warten. Innerhalb von nur wenigen Jahren steigerte die Dampfbrauerei Józef Kowalski den Bierverkauf nahezu um das Fünffache. Im Jahr 1907 belief sich der Verkauf auf etwa 26.000 Eimer, also ungefähr 3,2 Tausend Hektoliter. 1914 waren es bereits 125.000 Eimer, also etwa 15,4 Tausend Hektoliter. Diese dynamische Entwicklung zeigt, dass die Brauerei in Konin in der Lage war, wirksam auf die Bedürfnisse des Marktes zu reagieren und den Produktionsumfang zu steigern.

Diese erfolgreiche Zeit wurde jedoch durch den Ersten Weltkrieg unterbrochen. Die Kriegshandlungen, der wirtschaftliche Zusammenbruch sowie die zunächst von den Besatzungsbehörden und anschließend von der Verwaltung der wiedergeborenen Republik Polen eingeführten gesetzlichen Beschränkungen erschwerten den Betrieb der gesamten Brauereibranche erheblich. Trotz dieser Hindernisse überstand der Betrieb die Krise, und nach einigen schwierigen Jahren wurden erneut Modernisierungsmaßnahmen eingeleitet.

Modernisierung in der Zwischenkriegszeit

Im Jahr 1926 wurde die Brauerei umfassend modernisiert und an die Produktion neuer Biersorten angepasst. Zum Angebot gehörten unter anderem Porter sowie das sogenannte Nährbier – ein Getränk mit niedrigem Alkoholgehalt, das damals stillenden Müttern und sogar Kindern empfohlen wurde.

Der Betrieb wurde auch technologisch modernisiert. Die traditionellen Eichenbottiche wurden durch hermetisch verschließbare Metalltanks ersetzt. Dank der Gärung der Würze in geschlossenen Tanks war es möglich, Kohlensäure zu gewinnen, wodurch die Tätigkeit um die Produktion von Erfrischungsgetränken erweitert werden konnte. Dies war ein Beispiel für die praktische Nutzung technologischer Prozesse und die geschickte Erweiterung des Angebots des Betriebs.

In dieser Zeit wurde auch ein artesischer Brunnen gebohrt, aus dem Wasser von sehr hoher Qualität gewonnen wurde. Dies war für die Produktion von Bier und Getränken von großer Bedeutung, da die Wasserqualität zu den wichtigsten Faktoren gehört, die die Eigenschaften des fertigen Produkts beeinflussen.

Die Brauerei betrieb außerdem eine intensive Mälzerei. Sie verarbeitete große Mengen Gerste zu Malz, das sowohl für die eigene Produktion verwendet als auch an andere Brauereien im In- und Ausland verkauft wurde. Dieser Teil der Geschichte ist von besonderer Bedeutung, da er zeigt, dass die mit Malz und der Verarbeitung von Getreiderohstoffen verbundenen Traditionen an diesem Ort seit vielen Jahrzehnten präsent sind.

Krise, Krieg und das Ende des Brauereibetriebs

Die 1930er Jahre des 20. Jahrhunderts waren für die Braubranche sehr schwierig. Der Rückgang des Konsums, die Wirtschaftskrise und die Notwendigkeit, Kosten zu senken, zwangen viele Betriebe, nach Einsparmöglichkeiten zu suchen. Auch die Brauerei in Konin musste sich an die neuen Bedingungen anpassen. Eine der Entscheidungen bestand darin, auf die Abfüllung von Bier in firmeneigene Flaschen zu verzichten und glatte Flaschen einzuführen, die mit Etiketten versehen wurden.

Trotz der Schwierigkeiten überstand der Betrieb die Krisenzeit. Die nächste Bewährungsprobe war die Besatzungszeit. In den Jahren 1939–1945 stand die Brauerei unter deutscher Verwaltung und fungierte als Brauerei Konin Warthegau. Aufgrund von Versorgungsschwierigkeiten, Rohstoffmangel und den Bedingungen des Krieges wurde damals hauptsächlich Leichtbier produziert.

Nach dem Ende des Krieges wurde 1945 eine staatliche Zwangsverwaltung über die Brauerei eingesetzt. Zunächst wurde die Bierproduktion fortgesetzt, doch mit der Zeit beschränkte sich die Tätigkeit auf die Abfüllung von Bier, das in den umliegenden Brauereien hergestellt wurde, sowie auf die Produktion von Erfrischungsgetränken. Schließlich wurde der Brauereibetrieb 1948 stillgelegt. Dies bedeutete jedoch nicht das Ende der Industriegeschichte dieses Ortes. Vielmehr begann nun ein neuer Abschnitt.

Von der Brauerei zur Obstweinproduktion

Nach der Stilllegung der Brauerei erhielten die ehemaligen Gebäude in der Dąbrowskiego-Straße 35 eine neue Bestimmung. In den folgenden Jahren wurde dort die Produktion von Obstweinen aufgenommen. Dies war eine natürliche Entwicklungsrichtung im Nachkriegspolen, in dem die Obst- und Gemüseverarbeitung eine immer größere Rolle bei der Versorgung des Marktes spielte.

Die Weinproduktion in Konin entwickelte sich allmählich zu einem wichtigen Produktionsbetrieb der Region. In den Jahren 1955-1972 war sie Teil des staatlichen Unternehmens unter dem Namen Konińskie Zakłady Przemysłu Terenowego. Anschließend, in den Jahren 1973-1983, war sie in die Strukturen der Wielkopolskie Zakłady Przemysłu Owocowo-Warzywnego (WZPOW) in Poznań eingebunden. Nach der Umstrukturierung und Aufteilung der WZPOW wurde der Betrieb in Konińskie Zakłady Przetwórstwa Owocowo-Warzywnego umgewandelt. Diese sind der unmittelbare Vorgänger der heutigen Gesellschaft.

Gründung der VIN-KON S.A.

Im Jahr 1991, während der großen wirtschaftlichen Veränderungen in Polen, entstand das Unternehmen VIN-KON S.A., das Rechtsnachfolger der Konińskie Zakłady Przetwórstwa Owocowo-Warzywnego war. Dies war ein Wendepunkt. Der Betrieb trat in eine neue Marktrealität ein, in der Qualität, Flexibilität, Spezialisierung, technologische Investitionen und die Fähigkeit, auf dem nationalen und internationalen Markt zu konkurrieren, entscheidend waren.

Das Erbe der ehemaligen Brauerei, die Brau- und Mälzereitraditionen, die Erfahrung in der Herstellung von Obstweinen sowie die langjährige Praxis der Obst- und Gemüseverarbeitung wurden zum Fundament der weiteren Entwicklung des Unternehmens. VIN-KON S.A. verband die historische Erfahrung des Standorts mit einem modernen Ansatz zur Lebensmittelproduktion.

Heute setzt das Unternehmen diese langjährige Tradition fort und entwickelt sie in neuen Bereichen weiter. VIN-KON S.A. gehört zu den führenden polnischen Herstellern von Obst- und Gemüsesaftkonzentraten, Getränken, Cidre, Obstweinen und Malzextrakten. Das Unternehmen verbindet industrielle Erfahrung, Rohstoffkenntnis, hohe Qualitätsstandards und moderne Technologie.

Ein verpflichtendes Erbe

Die Geschichte von VIN-KON S.A. ist nicht nur die Geschichte eines einzelnen Produktionsbetriebs. Sie ist auch die Geschichte des wirtschaftlichen Wandels von Konin, der Entwicklung der lokalen Industrie, sich verändernder Technologien sowie der Menschen, die diesen Ort über Generationen hinweg geschaffen und weiterentwickelt haben.

Von der Brauerei aus dem 19. Jahrhundert über die Mälzerei, die Herstellung von Bier, kohlensäurehaltigen Getränken und Obstweinen bis hin zur modernen Obst- und Gemüseverarbeitung sowie der Produktion von Malzextrakten – der Betrieb in der Dąbrowskiego-Straße 35 ist ununterbrochen ein Ort geblieben, der mit Produktion, Qualität und Unternehmergeist verbunden ist.

Gerade diese Kontinuität ist eine der größten Stärken des Unternehmens. Die Gesellschaft VIN-KON S.A. hat nicht bei null angefangen. Ihre heutige Position gründet auf einer über hundertjährigen industriellen Tradition, lokaler Erfahrung und der Fähigkeit, sich an die sich wandelnden Zeiten anzupassen.

Die ehemalige Brauerei wurde zu einem modernen Verarbeitungsbetrieb. Die Brau- und Mälzereitradition fand ihre Fortsetzung in der Herstellung von Malzextrakten. Die Erfahrung mit Obstweinen entwickelte sich zu einem breiten Angebot an Getränken, Cidre und Obst- und Gemüseprodukten. Und der Ort, der jahrzehntelang der lokalen Produktion diente, ist bis heute ein wichtiger Punkt auf der Industrielandkarte von Konin.

VIN-KON S.A. ist ein Unternehmen, das Geschichte mit Moderne verbindet. Es schöpft aus der Tradition, bleibt aber nicht in der Vergangenheit stehen. Es entwickelt Technologien weiter, erweitert sein Angebot und reagiert auf die Bedürfnisse des modernen Marktes, wobei es gleichzeitig den Ort, aus dem es hervorgegangen ist, respektiert.