Obstwein ist gemäß der Definition ein Getränk, das aus anderen Früchten als Weintrauben hergestellt wird. Die Herstellung von Obstweinen unterscheidet sich jedoch nicht wesentlich von der Herstellung von Traubenweinen (aus den Früchten der Weinrebe). In beiden Fällen wird der ausgepresste Most einer alkoholischen Gärung unterzogen. Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass bei Traubenweinen keine Weinhefe zur Gärung hinzugefügt werden muss, da eine ausreichende Menge davon von der Oberfläche der Weintrauben in den Most gelangt. Auf der Oberfläche anderer Früchte befindet sich deutlich weniger Hefe, weshalb die Gärung durch die Zugabe von Reinzuchthefen unterstützt wird. Darüber hinaus kann je nach den Eigenschaften der vergorenen Früchte eine Regulierung der Süße und des Säuregehalts erforderlich sein (z. B. durch Nachsüßen, Verdünnen oder Ansäuern des Mosts). Nach Abschluss der Gärung wird der Wein geklärt und anschließend gelagert und in Flaschen abgefüllt. Der Wein muss manchmal auch stabilisiert werden, um eine Trübung oder eine erneute Gärung zu verhindern.
Obst und Gemüse haben den größten Wert in einer ausgewogenen Ernährung. Ihre richtige Verwendung kann bei der Vorbeugung sogenannter Zivilisationskrankheiten helfen, darunter Fettleibigkeit, Erkrankungen des Kreislaufsystems und Krebs. Die Verfügbarkeit von frischem Obst und Gemüse auf dem Markt ist jedoch saisonal. Daher sollten Methoden zu ihrer Verarbeitung eingesetzt werden, die den Zugang zu gesunden und schmackhaften Produkten das ganze Jahr über gewährleisten. Die meisten Vitamine und Mineralstoffe enthalten natürlich Säfte und Pürees, aber man kann auch fermentierte Produkte wie Obstweine und Cidre konsumieren. Dabei ist zu beachten, dass die gesundheitsfördernden Bestandteile der Früchte auch nach Abschluss des Gärungsprozesses im Wein erhalten bleiben. Und obwohl bei der alkoholischen Gärung auch Verbindungen entstehen, die in großen Mengen für unseren Organismus nicht vorteilhaft sind, kann man unbesorgt sogar mehrmals pro Woche ein Glas Wein trinken.
Nach Ansicht vieler Forscher wirken sich Fruchtalkohole, die in angemessenen Mengen konsumiert werden, z. B. während einer Mahlzeit im Kreis von Freunden, positiv auf unser körperliches und psychisches Wohlbefinden aus und verlangsamen die Alterungsprozesse. Obstweine sind eine wertvolle Quelle für gut aufnehmbare Vitamin C sowie für weitere Vitamine, darunter A, B, H und PP. Sie enthalten außerdem beträchtliche Mengen an Mineralstoffen, unter anderem Eisen, Phosphor, Zink, Kupfer, Selen, Magnesium und Kalzium. Die in Obstweinen enthaltenen Antioxidantien neutralisieren freie Radikale, die für die Alterung der Zellen und die Entstehung von Krebs verantwortlich sind. Wein, selbstverständlich in kleinen Mengen getrunken, wirkt sich positiv auf die Herzfunktion und die Verdauungsprozesse aus, senkt den Zucker- und Cholesterinspiegel im Blut, verbessert den Blutfluss in den Blutgefäßen und unterstützt das Immunsystem.