Unter den Bierhefen unterscheidet man obergärige Hefen (Stämme der Art Saccharomyces cerevisiae), bei denen die Gärung in der Regel bei einer Temperatur von 16 bis 24 Grad Celsius verläuft, und untergärige Hefen (Stämme der Art Saccharomyces pastorianus, früher Saccharomyces carlsbergensis genannt), bei denen die Gärung bei einer Temperatur von 8 bis 12 Grad Celsius stattfindet. Neben den genannten Zuchthefen, die zu den sogenannten Edelstämmen zählen, werden im Brauwesen auch nicht edle Stämme, sogenannte Wildhefen, eingesetzt, die eine spontane Gärung auslösen. Heute wird die Gärung unter Beteiligung von Wildhefen jedoch unter streng kontrollierten Bedingungen durchgeführt, wobei Stämme ausgewählt werden, die bestimmte geschmackliche und aromatische Eigenschaften gewährleisten.
Geschätzt werden auch die ernährungsphysiologischen und gesundheitsfördernden Eigenschaften von Hefe. Hefe ist reich an Vitaminen (insbesondere an Vitaminen der B-Gruppe) und Mineralstoffen (unter anderem Phosphor, Zink, Magnesium, Eisen, Kalium, Selen und Chrom). Daher wirkt sie sich äußerst positiv auf den Zustand von Haaren, Haut und Nägeln aus. Aufgrund des hohen Gehalts an B-Vitaminen ist die Anwendung von Präparaten auf Hefebasis auch bei körperlicher und geistiger Erschöpfung sowie erhöhter Stressbelastung angezeigt. Sie werden auch Sport treibenden Personen während intensiver Trainingsphasen empfohlen.
Ein nahrhaftes Hefegetränk kann selbst zubereitet werden. Dazu sollte man die Hefe aufkochen oder mit kochendem Wasser übergießen und anschließend abkühlen lassen. Um den charakteristischen Hefenachgeschmack zu neutralisieren, empfiehlt sich die Zugabe einer kleinen Menge warmer Milch sowie Zucker oder Honig. Am beliebtesten sind jedoch Nahrungsergänzungsmittel auf Hefebasis in Tablettenform. In dieser Form nimmt man den unangenehmen Hefegeschmack nicht wahr. Solche Präparate enthalten auch andere wertvolle Inhaltsstoffe wie Brennnessel, Schachtelhalm oder Stiefmütterchen. Hefe wird auch äußerlich angewendet. Sie stimuliert das Haarwachstum und erhält das gesunde Aussehen der Haare. Gesichtsmasken auf Hefebasis, die auf Gesicht und Dekolleté aufgetragen werden, wirken gegen Akne. Hefe reguliert die Talgproduktion und verringert die Anzahl der Mitesser. Bereits die Zugabe einer kleinen Menge Hefe zum Bad bewirkt, dass sich ihre positive Wirkung auf die gesamte Körperoberfläche erstreckt.
Die regelmäßige Einnahme von Hefe enthaltenden Präparaten kann trotz ihrer grundsätzlich gesundheitlichen Unbedenklichkeit Beschwerden seitens des Verdauungstrakts wie Blähungen oder Störungen der Darmflora verursachen. Diese treten jedoch hauptsächlich beim Verzehr roher Hefe auf. Es ist außerdem zu beachten, dass Hefe allergische Reaktionen hervorrufen kann. Sollte eine solche Reaktion auftreten, muss die Behandlung abgebrochen werden.