Vinaigrette (auf Französisch vinaigrette) ist eine klassische französische Salatsauce, die aus drei grundlegenden Zutaten zubereitet wird: Öl, Essig und etwas Senf. Der Name stammt vom französischen Begriff vinaigre, der Essig bedeutet und die wichtigste geschmackliche Zutat der Sauce darstellt. In ihrer Grundform ist die Vinaigrette eine Emulsion, in der Öl und Essig dank eines Emulgators, nämlich Senf, zu einer glatten, homogenen Masse verbunden werden. Das Verhältnis der Zutaten kann je nach Geschmacksvorlieben variieren, am häufigsten verwendet man jedoch drei Teile Öl auf einen Teil Essig. Dieses Verhältnis lässt sich je nach gewünschter Säure und Geschmacksintensität anpassen.
Beginnen wir mit der Grundversion der Vinaigrette, die ein idealer Ausgangspunkt für spätere Abwandlungen ist.
Klassisches Rezept für Vinaigrette
Zutaten:
3 Esslöffel natives Olivenöl (am besten aus der ersten Kaltpressung, sogenanntes extra virgin)
1 Esslöffel Essig (Weinessig, Balsamicoessig oder Apfelessig)
1 Teelöffel Senf (am besten Dijon-Senf)
Salz und frisch gemahlener Pfeffer nach Geschmack
In einem kleinen Gefäß Essig, Senf, Salz und Pfeffer vermengen und mit einem Schneebesen oder einer Gabel gründlich verrühren.
Anschließend das Öl langsam hinzufügen und dabei kräftig rühren, um eine gleichmäßige Emulsion zu erhalten (zu diesem Zweck kann man auch ein Schraubglas verwenden und es kräftig schütteln).
Zum Schluss kann man optional einen Teelöffel Honig oder Ahornsirup hinzufügen, einen Teelöffel Essig ergänzen oder die Sauce auf andere Weise würzen, um ihren Geschmack an die eigenen Vorlieben anzupassen.
Die Vinaigrette sollte am besten unmittelbar vor dem Servieren zubereitet werden, da sich die Zutaten nach einiger Zeit trennen können. Wurde sie jedoch früher zubereitet, sollte man daran denken, sie vor der Verwendung erneut zu verrühren.
Die Qualität der Zutaten hat einen großen Einfluss auf den endgültigen Geschmack der Sauce. Für Vinaigrette verwendet man meist natives Olivenöl aus der ersten Kaltpressung, also sogenanntes extra virgin-Olivenöl. Sein milder, fruchtiger Geschmack harmoniert hervorragend mit Essig. Es lohnt sich auch, mit verschiedenen Ölsorten zu experimentieren, zum Beispiel mit Avocadoöl, Nussöl oder Traubenkernöl. Jedes davon verleiht der Vinaigrette einen etwas anderen Geschmack. Für Vinaigrette werden am häufigsten Weinessig (weißer oder roter), Balsamicoessig oder Apfelessig verwendet. Weinessig bringt einen milden, säuerlichen Geschmack in die Sauce, Balsamicoessig verleiht ihr Tiefe und etwas Süße, während Apfelessig ein milderes, fruchtiges Aroma hat. Man kann auch weniger naheliegende Produkte ausprobieren, zum Beispiel Reisessig oder Himbeeressig, um der Vinaigrette einen einzigartigen Charakter zu verleihen. Beim Senf ist Dijon-Senf die beste Wahl (auch Dijonsenf oder Senf aus Dijon genannt), also ein scharfer Senf, der nach einem in Dijon in Burgund entwickelten Rezept hergestellt wird. Es lohnt sich auch, einen milderen französischen Senf zu verwenden, der aus ganzen Senfkörnern hergestellt wird und die Textur der Sauce bereichert. Um etwas Süße hinzuzufügen, kann man Honig, Ahornsirup oder eine kleine Menge Zucker für die Zubereitung der Sauce verwenden. Zusätze wie gehackter Knoblauch, frische Kräuter (z. B. Estragon, Bohnenkraut, Thymian, Basilikum) oder Zitronen- beziehungsweise Orangenschale bereichern den Geschmack der Sauce und verleihen ihr einen besonderen Charakter.
Obwohl die klassische Vinaigrette bereits für sich genommen köstlich ist, sind die Möglichkeiten ihrer Abwandlung nahezu unbegrenzt. Im Folgenden stellen wir einige Ideen für verschiedene Vinaigrette-Varianten vor, die für bestimmte Anwendungen geeignet sein können.
Balsamico-Vinaigrette
Zutaten:
3 Esslöffel Olivenöl
1 Esslöffel Balsamicoessig
1 Teelöffel Dijon-Senf
1 Teelöffel Honig (zum Ausgleich der Säure des Balsamicoessigs)
Salz und Pfeffer nach Geschmack
Balsamicoessig verleiht dieser Vinaigrette-Variante einen süßeren, intensiveren Geschmack, der hervorragend mit Salaten mit Nüssen, Blauschimmelkäse oder gegrilltem Gemüse harmoniert.
Zitrus-Vinaigrette
Zutaten:
3 Esslöffel Olivenöl
1 Esslöffel Zitronen- oder Limettensaft
1 Teelöffel Senf
1 Knoblauchzehe (fein gehackt)
Salz und Pfeffer
Optional etwas Zitronenschale zur Verstärkung des Geschmacks
Die Zitrus-Vinaigrette ist eine hervorragende Ergänzung zu leichten Salaten mit Obst, Römersalat oder Spinat. Zitronensaft verleiht ihr Frische und Leichtigkeit.
Honig-Senf-Vinaigrette
Zutaten:
3 Esslöffel Olivenöl
1 Esslöffel Apfelessig
1 Esslöffel Dijon-Senf oder Honigsenf
1 Teelöffel Honig
Salz und Pfeffer nach Geschmack
Diese Vinaigrette-Variante ist süßer und cremiger. Sie passt hervorragend zu Salaten mit Hähnchen, Ziegenkäse oder gebackenem Gemüse. Durch den Honig erhält die Sauce eine zarte Karamellnote.
Vinaigrette kann auf vielfältige Weise verwendet werden. Sie eignet sich ideal als Dressing für grüne Salate, unter anderem für Römersalat, Rucola und Feldsalat. Man kann sie auch für Salate mit Nüssen, Käse, Obst oder gebackenem Gemüse verwenden. Vinaigrette kann als Marinade für Hähnchen, Schweinefleisch oder Fisch dienen. Die Säure des Essigs macht das Fleisch zart, während das Öl es saftig hält. Ein wenig Vinaigrette verleiht gebackenem Gemüse, unter anderem Roter Bete, Karotten oder Kartoffeln, mehr Geschmackstiefe. Vinaigrette eignet sich auch als Dressing für Salate auf Basis von Quinoa, Hirse oder Bulgur. Dadurch erhalten sie Leichtigkeit und Frische.
Vinaigrette kann einige Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden, am besten in einem dicht verschlossenen Behälter. Das Öl kann bei niedriger Temperatur etwas fest werden. Deshalb sollte man die Sauce etwa 15 Minuten vor dem Servieren aus dem Kühlschrank nehmen und gut verrühren.
Vinaigrette ist eine besondere Sauce, die dank ihrer Einfachheit und der Möglichkeit, sie an unterschiedliche Geschmäcker anzupassen, immer beliebter wird. Unabhängig davon, ob man sich für die klassische Variante oder eine Version mit zusätzlichen Zutaten entscheidet, ist Vinaigrette eine hervorragende Möglichkeit, viele Gerichte und Snacks abwechslungsreicher zu gestalten. Die Mengenverhältnisse und Zutaten lassen sich an die eigenen Vorlieben anpassen. Dadurch ist sie eine so vielseitige Ergänzung in jeder Küche.